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[= Auf der Suche nach der verlorenen Zukunft, Bd. 11], trafo verlag 1999, 206 S., ISBN 3-89626-224-6, 14,80 EUR
Zum Inhalt:
In der Reihe “Auf der Suche nach der verlorenen Zukunft” nehmen ost-
und westdeutsche Akademikerinnen und Akademiker nun seit 1995 das Wort
zu Grundproblemen unserer Zeit. Gestützt auf langjährige Lehr-
und Forschungserfahrungen in verschiedenen Disziplinen versuchen sie die
Fragen zu formulieren, die sich ihnen im Ergebnis der derzeit vor sich
gehenden globalen Veränderungen hinsichtlich der Zukunft der Menschheit
stellen. Sie sehen ihre Überlegungen nicht als endgültige Wahrheiten
an, sondern stellen sie zur Diskussion.
Der vorliegende, von Ute Klammer und Sabine Plonz besorgte, Sammelband
greift nochmals ein zukunftsträchtiges Problem auf, das bereits im
Band 3 der Reihe von Daniela Weber (“Verfolgung – Vertreibung – Überleben:
Frauen in den Weltfluchtbewegungen”) schon einmal an einem speziellen Gegenstand
untersucht wurde: Frauen und Menschenrechte.
Die Herausgeberinnen und Autorinnen begreifen die Menschenrechte nicht
nur als eine historische Errungenschaft – geschuldet dem Kampf mutiger
Frauen und Männer in vergangenen Jahrhunderten oder als die von kühnen
Frauen gegen allen Widerstand immer wieder eingeforderte Geltung der Menschenrechte
auch für die weibliche Hälfte der menschlichen Gattung. Sie sehen
in den Menschenrechten kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte,
das heute lediglich noch auf die “unbekehrten” Teile der Welt ausgedehnt
zu werden braucht. Ganz gleich, ob sie in ihren Beiträgen die weibliche
Tradition der Menschenrechtsforderungen vorstellen, ob sie das soziale
Menschenrecht auf Arbeit unter den Bedingungen der mit Massenarbeitslosigkeit
einhergehenden Transformation der Arbeitsgesellschaft thematisieren, ob
sie deren Zukunftsperspektive aus gewerkschaftlicher oder kirchlicher Sicht
kritisch befragen oder andere Optionen zur Debatte stellen, betrachten
sie das Thema Menschenrechte als “die große Utopie ..., die Suche
nach einer Gesellschaft von morgen, in der alle nach ihren Möglichkeiten
und den Bedürfnissen der Allgemeinheit tätig sein können”.
Indem in diesem Band die Tradition weiblicher und damit erst eigentlich
universaler Menschenrechtsforderungen in Beziehung zu entscheidenden Zukunftsfragen
gestellt wird, trägt er zum allgemeinen Thema der Schriftenreihe bei.
Er untersucht “verlorene Zukunft” indem in den Beiträgen uneingelöste
Menschheitsforderungen aktiviert werden. Das hilft uns allen, dem derzeit
vor sich gehenden tiefen Wandel in allen Lebensbereichen eine menschenfreundlichere
Richtung zu geben.
Inhaltsverzeichnis
Editorial 7
Hanna Behrend
Menschenrechte – Frauenrechte. Ein Vorwort 9
Ute Klammer & Sabine Plonz
1. Vom Kampf der Frauen um ihre Menschenrechte in der bürgerlichen Demokratie 13
Menschenrechte für die Frau!? Beitrag zur Menschenrechtsthematik
aus feministischer Sicht 15
Ines Holthaus
Olympe de Gouges – Das Recht der Frauen auf die Rednertribüne 29
Marlies Mrotzek
Louise Otto-Peters – Das Recht der Frauen auf Erwerb 39
Astrid Franzke
Frauen im Kampf um Arbeit und Menschenrechte – Die Auseinandersetzung
dauert an 49
Gisela Notz
2. Arbeiten fürs Gemeinwesen – Eine Alternative zur Massenarbeitslosigkeit? Frauen fragen nach 81
Aufbruch in die Zivilgesellschaft – Frauen voraus? Hoffnungen und Defizite
eines männlich geprägten Diskurses 83
Ute Klammer & Christina Klenner
Innovationspotentiale für die Entwicklung eines gemeinwesenorientierten
Sektors 113
Katrin Andruschow
3. Gewerkschaftliche und kirchliche Sichtweisen auf die Zukunft der Arbeit 131
Für eine soziale und innovative Gestaltung der Dienstleistungsgesellschaft.
Beschäftigungspolitische Perspektiven im Bereich der personennahen
Dienstleistungen 133
Gabriela Simon
Das Ehrenamt: Mutter Kirche und ihre dienstbaren Töchter? 147
Mechthild Hartmann-Schäfers
Erosion der Arbeitsgesellschaft – Zukunft der Arbeit. Kirchliche und
sozialethische Beiträge in einem gesellschaftlichen Suchprozeß
163
Sabine Plonz
4. Wege für morgen finden: Gesellschaftliche Perspektiven 191
Arbeit – Tätigkeit – Menschenrechte 193
Hanna Behrend
Zu den Herausgeberinnen und Autorinnen 203